Vorsicht vor zu viel Sport

vorsicht-vor-zu-viel-sport.png Eine immer häufiger auftretende Diagnose bei Rückenschmerzen ist das sogenannte Wirbelgleiten, in Fachkreisen unter dem Namen Spondylolisthesis bekannt. Hierbei kommt es zu einer Verschiebung der Wirbel im unteren Lendenbereich.

Nicht selten sind falsche Bewegungsabläufe beim Sport die Ursache, auch gewisse Leistungssportler neigen eher zum Wirbelgleiten als Hobbysportler. Besonders bei Sportarten wie Trampolinspringen und Geräteturnen kommt es häufiger dazu, dass die Wirbelsäule überstreckt wird, was auf Dauer zu Schäden führen kann. Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, sind besonders gefährdet.

Entstehung des Wirbelgleitens

Alles beginnt damit, dass sich die Gelenke zwischen den Wirbeln, welche sich an den Wirbelbögen befinden, verändern. Die Knochen dazwischen werden nach und nach durch zu viel Belastung porös, bis sich zunächst ein Spalt bildet. Dieser begünstigt von nun an das Gleiten, bei dem sich ein Wirbelkörper über einen anderen nach vorne verschiebt.

Gewisse Umstände können dies sogar noch begünstigen. Hierzu zählen Schäden an den Bandscheiben, sowie die Wirbelform und angeborene Abweichungen von der natürlichen Beschaffenheit und Ausprägung der Wirbel und Bandscheiben. Seltener werden Unfallfolgen verzeichnet, die dazu führen, dass die Wirbel gleiten. Auch altersbedingte Abnutzungen können durchaus als Ursache in Betracht kommen.

Symptome des Wirbelgleitens

Kommt es zu einem Spalt im Knochengewebe, merken Betroffene dies zunächst nicht. Schmerzen treten zumeist erst mit Beginn des Gleitens auf und äußern sich vorwiegend als Bewegungsschmerz. Mit Fortschreiten der Krankheit können auch die Wurzeln der umliegenden Nerven beeinträchtigt werden. Die zeigt sich durch Schmerzen in den Beinen und Taubheitsgefühlen.

Diagnose des Wirbelgleitens

Nach anfänglicher Anamnese erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der behandelnde Arzt unter anderem nach äußerlichen Auffälligkeiten, wie etwa einer stufenförmigen Wirbelsäule, sucht. Durch Röntgenaufnahmen kann die anfängliche Diagnose bestätigt werden. Veränderte Wirbelbögen sind hier deutlich erkennbar. Sollte die Krankheit soweit fortgeschritten sein, dass die Wurzeln der umliegenden Nerven beeinträchtigt sind, wird zusätzlich zu den Röntgenaufnahmen ein MRT vorgenommen.

Steht die Diagnose fest, lässt sich der Grad des Wirbelgleitens kategorisieren. Zur Zeit sind dafür vier Grade bekannt. Im ersten wird die Wirbelkörperdeckplatte zu mindestens 3/4 vom überliegenden Wirbel verdeckt. Grad 2 sieht mindestens eine Abdeckung zur Hälfte vor. Für den dritten Grad muss die Abdeckung mindestens zu einem Viertel gegeben sein, der Vierte steht für alle Abdeckung unter einem Viertel des Wirbelkörpers.

Behandlung des Wirbelgleitens

Auf eine Operation kann bis maximal Grad 2 verzichtet werden. Hier helfen in der Regel konservative Maßnahmen, wie Krankengymnastik. Während dieser Zeit sollte tunlichst auf alle Sportarten mit Überstreckungsgefahr verzichtet werden. Nach erfolgreicher Stabilisierung der Wirbel durch gezielten Muskelaufbau, kann langsam wieder mit Sport begonnen werden. In einigen Fällen wird auch das vorübergehende Tragen eines medizinischen Korsetts empfohlen. Bei Beteiligung der Nervenwurzeln ist ebenso eine entzündungshemmende Medikation üblich.

Zur Operation wird erst geraten, wenn die konservative Therapie keine fortschreitende und bleibende Heilung aufweist. Lähmungen und weiteres Gleiten sind typische Indikatoren für den Misserfolg dieser Therapieversuche. In operativen Maßnahmen werden dann die Wirbelkörper miteinander verbunden, sodass ein weiteres Gleiten unmöglich wird.